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13 - Mai 1987 Als Gablitz noch bei Ungarn war Seit einigen Jahren erleben wir hier in Gablitz einen neuen und zusätzlichen politischen Wesenszug, welcher in seiner Rangordnung eigentlich nur einer Landes- oder Bundesregierung zusteht: nämlich, es wird hier Außenpolitik betrieben! Beispiele: Zum Ferdinand-Ebner-Symposion 1981 kamen Philosophen aus 7 verschiedenen Staaten nach Gablitz. Unser Musikverein unternahm 1985 eine Konzertreise nach Amerika. Der chinesische Botschafter, sowie der ehemalige UNO-Generalsekretär Kurt Waldheim folgten gerne Einladungen in unsere Wienerwald-Gemeinde. In jüngster Zeit ist es ein Staatsnachbar aus dem Südosten, welcher in der östlichen Kulturpolitik einen Spitzenrang einnimmt: UNGARN. Künstler kommen aus diesem Land nach Gablitz, Dichter, Köche, Volkstumsgruppen und zum ersten Male auch der ungarische Botschafter. Aber es beschnupperten auch Gruppen aus Gablitz bereits Ödenburg, Budapest und besonders die Gegend um den Plattensee. Man sprach auch bereits von der Möglichkeit einer Gemeindepartnerschaft mit Balatonfüred! Diese neue Auslandsbeziehung erweist sich aber beim genauen Hinsehen als gar nicht so neu, zumindest was das Gemeinsame mit Ungarn betrifft: Dass Kaiser Franz Josef I., dessen Denkmal in der Hauptstrasse steht, auch König von Ungarn war, ist auch den weniger Geschichtsbewussten bekannt. Dass viele gebürtige Ungarn bei uns ansässig geworden sind, hat sich einfach so ergeben, auch für Ronald Giczy und seine Frau Sophie. Sie fungieren schon seit Jahren als Kulturmotoren in unserer Gemeinde. Aber es gibt noch etwas, was sicherlich die wenigsten Gablitzer wissen: Als die Magyaren am Laurenzitag (10. August) des Jahres 955 auf dem Lechfeld bei Augsburg eine Entscheidungsschlacht verloren, mussten sie in der Folge die Westgrenze ihres Reiches immer weiter nach Osten zurücknehmen. Um etwa 1000 nach der Zeitrechnung verlief eben diese stark befestigte Grenze genau am Wienerwaldkamm. Und genau dieser ungarische Verteidigungswall, auf welchem nun am "Rabenstein" das "Weiße Kreuz" steht, war damals die Grenze des westungarischen Machtbereiches und ist heute die Gablitzer Gemeindegrenze! Es sind volle 1000 Jahre vergangen, seit Gablitz noch bei Ungarn war. Die Angst der damaligen "Ur-Gablitzer" von Laabach (um 1060), lieber in das vor den wilden Magyaren sicherere Ollern hinunterzusiedeln, brauchen wir Heutigen nicht mehr zu teilen. Es ist dies längst zu Geschichte geworden - auch die Österreichisch-Ungarische Monarchie, die wie ein verbindendes Band zwischen den Menschen aus beiden Ländern wirksam ist. |
Die Befreiung von den Awaren ermöglicht die Bildung des slawischen Großmährischen Reichs (unter Einschluss des nördlichen Niederösterreichs). Um 900 fällt es dem Ansturm der eindringenden Magyaren zum Opfer. Diese vernichten die deutsch-slawische Siedlung in Ungarn und verleiben sich auch den Ostteil der karolingischen Ostmark ein. Erst nach dem Sieg Ottos I. auf dem Lechfeld (955 n.Chr.) werden die Ungarn sesshaft, um 1000 n.Chr. müssen sie das Wiener Becken herausgeben. |
Weißes Kreuz am Rabenstein |