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22 - Juni 2002 Und wieder erklang die Pummerin…. Vor 50 Jahren hielt Österreichs größte Glocke ihren feierlichen Einzug im Wiener Stephansdom. Doch zuvor, am Samstag den 26. April 1952, etwa um die Mittagszeit erreichte ein Tieflader von einer Zugmaschine gezogen mit der Pummerin Gablitz. Nach der Fahrt von zwei Tagen, von der Glockengießerei im oberösterreichischen St. Florian und Schwierigkeiten bei der Überwindung der Strengberge, bei der die Fahrt zu scheitern drohte und abermals das gleiche bei der Fahrt über den Riederberg, war nun endlich Gablitz erreicht. Gablitz als die Grenzpfarre zwischen der Erzdiözese Wien und der Diözese St. Pölten hatte damit die Ehre, die Pummerin in Empfang zu nehmen und nach Wien weiterzugeleiten. Es war ein Jubel wie ihn Gablitz in seiner Geschichte nur selten erleben durfte. Von überall her waren die Menschen geströmt und vom Riederberg herab säumten die Besucher die Bundesstrasse. Der Festplatz vor dem Gemeindeamt war rundum mit Fahnen und Girlanden an den Häusern geschmückt. Bürgermeister Anton Hagl begrüßte die Festgäste und die Pummerin. Landeshauptmann Johann Steinböck, welcher zum Festempfang gekommen war, hielt die kurze Festrede. Erschienen waren zudem hohe geistliche Würdenträger aus Wien, Vertreter des öffentlichen Lebens und der Presse. Die Ortsmitte an der Bundesstrasse war dichtgedrängt von einer enormen Beteiligung der Bevölkerung. Alle wollten die Pummerin sehen und begrüßen. Der Gablitzer Musikverein spielte und von unserer Volksschule sagte die Schülerin Elfriede Kiefmann ein von der Purkersdorfer Lyrikerin Hildegard Jone geschaffenes Gedicht auf: Die Pummerin kommt an uns vorbei "Schwingen, Klingen, Kunde bringen… Wird die Pummerin nun bald Wiener dann die Hände falt´ Dass uns Gottes Lieb erhalt! Herzensläuten soll verbreiten alles Gute durch die Zeit dass einst aufschwing Seligkeit. Klang sich neigt Dem, der schweigt…" Zur Erinnerung an den festlichen Einzug und an die Weihe der Pummerin wurden an die Bevölkerung Ansichtskarten mit dem Bild der Pummerin und kleine silber- und goldfarbene Glöckchen zum Anstecken verteilt. Nach diesem kurzen Aufenthalt in unserem Ort setzte sich der festlich geschmückte Tieflader mit der Pummerin wieder in Bewegung, jetzt in Richtung Wien. Hier wurde sie vor dem "Steffl" vom Bundespräsident Körner und Kardinal Innitzer und den dichtgedrängten Wienern empfangen und anschließend geweiht. Es sei zu erinnern, dass die Pummerin 1711 von einem Tiroler Glockengießer aus 180 Kanonen gegossen wurde, die Wien im Zuge der 2. Türkenbelagerung 1683 erobert hatte. Als 1945 der Stephansdom von den Russen in Brand geschossen wurde, stürzte die Pummerin in die Tiefe und zerschellte am Boden. Aus den Trümmern wurde 1951 die Glocke neu gegossen. |
Die alte Pummerin |
Die neue Pummerin |
Bedeutung der Inschriften auf der Pummerin |