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27 - Juni 2005 Zur Geschichte unserer Pfarre "Zum Heiligen Laurentius" Laurentiuskirchen lassen sich in unserem Gebiet auf zwei mögliche Quellen zurückführen: 1. Im 3. Jahrhundert kam die Glaubenslehre des Christentums meist durch römische Soldaten und Händler in die Bereiche des Donau-Limes, wo von den Legionären ihrem Soldaten-Märtyrer Laurentius oft Andachtstätten errichtet wurden. 2. Nach der Schlacht am Lechfeld bei Augsburg gegen die Magyaren am 10. August 955, am Kalendertag des Laurentius, wurde am 10. August des Jahres 981 der Verteidigungsgürtel der Magyaren am Wienerwaldkamm an zwei Stellen durchbrochen. Zum Dank wurden Laurentiuskapellen errichtet. Um 800 begannen nach den siegreichen Awarenfeldzügen auf Weisung Karl des Großen die Bischöfe von Salzburg und Regensburg, mit Hilfe befreundeter Klöster in unserem Gebiet mit der Missionierung und Gründung von Seelsorgezentren als Ur-, Groß-, oder Mutterpfarren. Das erste Seesorgezentrum in unserem Gebiet war Abstetten bei Sieghartskirchen, das durch Zusammenarbeit des Bischofs von Passau mit dem bayrischen Kloster Niederaltaich um 830 entstanden war. Sein Pfarrbezirk reichte von Traismauer bis St. Andrä-Wördern und bis in das Wiental. Nach der Gründung der Mutterpfarre Abstetten wurde die vermutlich aus der Römerzeit bestehende Kapelle oder Kirche "St. Laurentius am Kirchbach" am Riederberg von Abstetten aus seelsorglich versorgt und zur Pfarre erhoben. Zusätzlich erhielt St. Laurentius von den freisingischen Grafen von Eberberg einen stattlichen Grundbesitz übereignet. So konnten auch die Gläubigen aus Ollern und Gablitz hier die Hl. Messe besuchen. Nach dem Hinausdrängen der Magyarenkrieger aus dem Wienerwald kamen 1033 n.Chr. Ollern und Gablitz als Reichslehen an das bayrische Stift Freising. Sieghartskirchen beanspruchte in der Folge die Rechtsnachfolge über die Pfarre St. Laurentius am Riederberg gegenüber der mittlerweile schwächer gewordenen Pfarre Abstetten. Gablitz wurde dann für 240 Jahre pfarrrechtlich Sieghartskirchen angeschlossen. Im Jahre 1276 erzwangen die Habsburger das Lehensrecht und die Vogtei über die reiche Pfarre St. Laurentius und besetzten in der Folge die Pfarrstelle nicht mehr mit einem Priester. Der Pfarrbesitz wurde dem habsburgischen Jagdgebiet einverleibt. Auf Betreiben von Herzog Albrecht II. wurden 1339 die Güter, Zehent und die pfarrlichen Rechte in Gablitz der landesfürstlichen Pfarre in Purkersdorf übertragen. Der Ort Gablitz verblieb sodann für 600 Jahre mit der Pfarre Purkersdorf verbunden. 1341 scheint der Bischof von Passau als Lehensherr in Gablitz auf. Im Jahre 1411 kommt der Ort Gablitz in den Lehensbesitz der Kartause Mauerbach, die 100 Jahre vorher gegründet wurde. Einer ihrer Ordensregeln entsprechend sorgen deren Mönche in ihren Lehenbesitzungen für die Schaffung und Erhaltung kirchlicher Einrichtungen. So ist es nahe liegend anzunehmen, dass bald nach der Lehenübernahme im kirchenlosen Gablitz vielleicht schon um 1420 am Kirchenberg eine erste Kapelle gebaut wurde; geweiht dem Hl. Laurentius, für Gottesdienste und dem gemeinschaftlichen Gebet des Rosenkranzes. Rings um die Kirche befand sich der Friedhof. 1529 wurde die Kapelle erstmals von den Türken niedergebrannt und 1642 von den Kartäusern wieder aufgebaut und mit Klosterwappen und neuem Altar versehen. Bei der 2. Türkenbelagerung 1683 wurde die Kapelle abermals zerstört und in der Folge von den Mönchen abermals instand gesetzt. 1782 wurde das Mauerbacher Kloster durch Kaiser Josef II. aufgehoben und deren Gablitzer Besitzungen verkauft. Gablitz wurde nun auch seelsorglich von der Pfarre Purkersdorf mitbetreut. 1810 wurde der Bitte um einen Priester entsprochen. Seit dieser Zeit - mit Unterbrechungen bis 1937 - wurde im Ort die Seelsorge durch einen landesfürstlichen Aushilfspriester ausgeübt. 1887 und später 1912 wurden für den Bau einer neuen und größeren Kirche ein Kirchenbaukomitee und später ein Kirchbauverein gegründet. Obwohl an der Spitze der Spendenliste Kaiser Franz Josef I. stand und der Architekt des Wiener Rathauses, Dombaumeister Friedrich Schmidt den Plan für eine neugotische Kirche gezeichnet hatte, kam es nicht zur Ausführung … Zwischen 1924 und 1928 wurde die alte Kapelle durch einen Zubau als "Krieger Gedächtniskirche" erweitert und eingeweiht. Am 1. April 1937 wurde Gablitz selbständige Pfarre, erster Pfarrer war Karl Baumhauer. Zwischen 1952 und 1953 wurde das Pfarrheim errichtet und 2003/04 renoviert und ausgebaut. Zwischen 1954 und 1958 wurde das Pfarrhaus in seiner heutigen Form erbaut. Im Jahre 1956 bekam die Kirche eine neue Orgel, zwischen 1961 und 1963 wurde der neue Kirchturm mit Kriegerdenkmal errichtet. Im Jahre 1971 wurde die Kirche umgebaut und der Altarraum verändert. In dieser Zeit machte sich der damals in Gablitz - Hauersteig lebende Josef Rott durch unermüdliche und leidenschaftlich geführte Sammeltätigkeit für die Kirche, seine Glocken und Umbauten sehr verdient, was ihm den Namen "König der Bettler" einbrachte. 1968 löste Pfarrer Johannes Waldherr Altpfarrer Baumhauer ab. 1987 wird Mag. Martin Müller neuer Pfarrer im Ort, dem 1996 Pater Edward Ziarniewicz aus Polen folgte. Kurze Zeit nahm Pater Martin Volkert die Pfarrstelle als Provisor ein, seit 7. Jänner 2000 ist der aus dem Kongo stammende Dr. Laurent Lupenzu Ndombi Mwabilayi Pfarrer in Gablitz. Motiv aus 1820 mit ehemaligen Friedhofsbereich |