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39 - Dezember 2004 Spuren des Templer - Ordens im Umland von Gablitz Der Stephansdom in Wien, die Dome und Kathedralen in ganz Europa, wer kennt diese nicht aus eigenen Erleben oder aus Büchern und Filmen. Schwieriger wird es bereits, wenn man nach den Schöpfern, den Ideenträgern und den Erbauern dieser gewaltigen Bauwerke des europäischen Geistes fragt. Wer waren diese Menschen, welche als geistlicher Ritterorden am Anfang des 12. Jahrhunderts, plötzlich ins Hochmittelalter traten, die Romanik ablösten und mit Silbergeld den esoterischen Baustil der Gotik schufen? Es heißt, dieser Stil war bereits voll ausgereift, als der Templer Orden, und genau von diesem in Frankreich 1128 entstandenen Ritteroden soll hier die Rede sein, in diese Wirkenszeit der europäischen Geistesgeschichte traten. Knapp zweihundert Jahre später 1308, als dieser Orden ausgelöscht wurde, verschwand aus Europa auch der Geist der Gotik. Was davon blieb, war nur mehr die Technik und der Stil. Dennoch hinterließen die Templer den europäischen Geist in ihren Einrichtungen, den Dombauhütten, ein hochgradiges Wissen über die Baustatik und über die Geistesordnung der Schöpfung. Diese Dombauhütten kann man mit Recht "das geistige Rückgrat Europas", bis in die Neuzeit herein, bezeichnen. In unserer heutigen Zeit besinnt man sich immer öfter auf dieses uralte Wissen: die heilige Geometrie, u. a. deutlich in den Grundrissen der Kathedrale von Chartres erkennbar ist. Leonardo da Vinci´s Darstellung des goldenen Schnittes "die Quadratur des Kreises" ist mittlerweile allgemein bekannt. Eine der selbstgewählten Aufgaben der Templer bereits seit der Zeit der Kreuzzüge (1096 - 1270), war der Schutz der Pilger gegen Wegelagerern, auf ihren Wegen zu den Zielen ihrer Wallfahrten. Die pilgernde Christenheit kennt hier im Besonderen: den Pilgerweg ins "Heilige Land" zum Grabe Jesu, den Pilgerweg nach Rom, zum Grabe des Apostel Petrus und den dritten, zum Grabe des Apostel Jakob nach Santiago de Compostella in Nordwestspanien. Dieser dritte Pilgerweg führt, als "Ostweg" bezeichnet, bereits seit dem 12. Jahrhundert durch das Gablitztal! Immer bekannt als "Jakobsweg", doch in der Volkserinnerung hier schon längst vergessen. Seine Wiederentdeckung verdanken wir Peter Lindenthal, dem Autor des Buches: "Auf dem Jakobsweg durch Österreich". Dieser Weg führt von Wolfsthal-Hainburg-Wien-Purkersdorf-Gablitz-Riederberg-Sieghartskrichen - nach dem Westen in die Schweiz-Frankreich- und über die Pyrenäen bis zum Atlantik. Um an einer solchen gewaltigen Strecke den Schutzaufgaben nachkommen zu können, war für den Templerorden unbedingt Besitz erforderlich: Häuser, Wiesen, Bauerngüter, Wald und Pachterträge. Schon in der Chronik von Hadersdorf-Weidlingau, wird wiederholt auf Besitzungen des Ordens in beiden Ortschaften hingewiesen. In einem Buch über die Streckenbeschreibung entlang der neuen "Elisabeth-Westbahn" (1858), und im Bezirksbuch "Hietzing-Umgebung" von 1901 wird festgehalten: "Zu jener Zeit (1280) waren in Purkersdorf neben dem "Deutschen Ritterorden" auch Tempelritter ansässig; diese besaßen auf den Georgenberg ein prächtiges Schloss, von welchem noch heute Spuren vorhanden sind." Auch auf einer Landkarte von etwa 1830 findet man auf dem Georgenberg noch das Zeichen für "Ruine".*) Ein Mitglied eines Templerordens in Wien erwähnte, dass sowohl die Stätte der "Klosterruine" am Riederberg, wie auch die einstige "Rieder- oder Wallburg" am Hausberg bei Ried, Sitze des Templerodens waren, deren Besitzungen auch ins Gablitztal hineinreichten. Auch in Tulln weist der 8-eckige Karner mit seinen rätselhaften Stilelementen darauf hin, dass auch hier "Templer am Werke" waren. Interessant ist auch, dass die Kirche in Purkersdorf ausgerechnet dem Apostel Jakob geweiht ist. Diese Kirche im 12. Jahrhundert gegründet und genau am Jakobsweg gelegen! Alljährlich begehen die Purkersdorfer ihren "Jakobi-Markt". Neben der Fahrschule in Purkersdorf befindet sich ein stattlicher Stein, auf dem sich einer Überlieferung zufolge, eine alte Inschrift befand, welche berichtete: "ein Kreuzfahrerheer habe hier am Fuße des Georgenberges, zur Mitternacht die heilige Messe gefeiert." Im Jahre 1333 kaufte Herzog Otto (der Fröhliche) im Auftrage seines Bruders, Herzog Friedrich (der Schöne) den Ort Purkersdorf um 1000 Pfund Wiener Pfennige. Vier Jahre später, im Jahre 1337 kaufte er den Anschlussort Gablitz um 500 Pfund Wiener Pfennige, aus dem Besitz des Wiener Rittergeschlechtes der Greiffen, Eigentümer der Burg Greiffenstein, westlich von Klosterneuburg. Vermutlich wurde durch die beiden Ankäufe dem Papst die Möglichkeit entzogen, einstigen Templerbesitz für sich zu beanspruchen. Der "heilige Georg" als sinnbildlicher "Drachentöter" und als ein Hauptsinnbild der Templeresoterik als Überwindung der "niederen Triebnatur" im Menschen, - dies als Name eines Berges in Purkersdorf !? Blenden wir zurück: Im Jahre 1308 wurde in Frankreich der Templerorden gewaltsam zu Ende gebracht. Dazu verlangte der Papst von den christlichen Herrschern Europas die Verfolgung der Tempelritter und die Beschlagnahme ihrer Besitzungen zu seinen Gunsten. Dieser Aufforderung wurde nur schleppend bis gar nicht nachgekommen. In Portugal und in Österreich gründeten die Herrscher dagegen sogar eigene Ersatz- und Hausorden. Herzog Friedrich I gründete den Orden "Die Templeisen" und überwies diesen den bisherigen Templerbesitz. Als Hauptsitz für den neuen Orden bestimmte er die neugebaute "St. Georgskapelle" im Kloster der Augustiner Mönche, in der Nähe seiner Herzogsburg. Nun sei abschließend die Frage zu stellen: woran lag es, dass der Templerorden und sein Wirken bei den aufgeklärten Geistern jener Zeiten hochgeschätzt und gefördert wurde, und andererseits durch die Papstmacht und französischen Königsinteressen verteufelt und verfolgt wurden? Die zahlreiche Literatur über den Templerorden gibt Auskunft: Der heilige Bernhard, Zisterzienserabt von Clairvaux, dürfte geahnt haben, was in den unterirdischen Gängelabyrinth unterhalb der Ruinen des Palastes von König Salomon vielleicht noch zu finden sei, als er die ersten neun Ritter nach Palästina sandte (1118 - 1128):, das Wissen um die seit Jahrtausenden verschollene "Ur-Tradition" der "Reinen Lehre" der geistigen Urordnung der Schöpfung, Welt und Mensch als Mass. Als Ritter und gleichzeitig als Mönch zu leben, hier kam der Sinn des Menschenlebens in reinster Art zum ausgeglichenen Ausdruck. Ihre Anspruchslosigkeit dem Leben gegenüber förderte starke Persönlichkeiten und machte andererseits den Orden reich. Mit ihren landesweiten und sicheren Straßennetzen, den dazwischenliegenden Handels- und Bankenniederlassungen, mit religiösen Zentren in Burgen wie Lockenhaus und vielleicht auch Purkersdorf, damit begannen sie eine neue europäische Wirtschaftsordnung zu verwirklichen. Bei jedem neuen Landerwerb befreiten sie die Bauern aus der Leibeigenschaft und machten sie zu Verwaltern. Ihre Landwirtschaft hat in hohem Maße mitgeholfen, die vielen Hungersnöte ihrer Zeit zu vermeiden, welche in anderen Teilen Europas die große Plage des Mittelalters war. Der Bau der Kathedralen war ihnen ein alchemistischer Vorgang der stufenweisen Selbsteinweihung und Höherentwicklung, als "Großes Werk", dies in der Stufenfolge von: Lehrling - Geselle - Meister, um zunehmend mit der geistigen Weltordnung eins zu werden. Von den steinernen Grundrissen der Kathedralen ausgehend und überschreitend in das Kräftewirken der "Heiligen Geometrie" und des "Goldenen Schnittes" gaben die Tempelritter in ihrem Stilelement "Spitzbogen" in der Gotik den Menschen ein Ziel: nach OBEN Von unserem Leben seht ihr nur die Schale, die außen ist, doch ihr seht nicht die mächtigen Gebote im Inneren (Aus den Ordensregeln der Templer) Quellen: Die Templer in Österreich - Neundingler/Müksch ISBN 3-7065-1630-6 Die Macht des Templerordens - Gerhard Volving ISBN 3-7059-0181-8 Auf den Spuren der Templer - Gerhard Volving ISBN 3-7059-0129 Die Geheimnisse der Kathedrale von Chartres - Louise Charpentier ISBN 3-87732-003-1 ! Macht und Geheimnis der Templer - Louise Charpentier ISBN 3-530-L3302-7 Franz Xavier Joseph Schweickhardt 1832 und 1836 in Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens in http://books.google.at/books?id=kEEvAAAAYAAJ&pg=PA55&dq=templer+purkersdorf&hl=de&ei=qseMTJtw0Yw4udGYrQo&sa=X&oi =book_result&ct=result&resnum=3&ved=0CDcQ6AEwAg#v=onepage&q=templer%20purkersdorf&f=false UND: http://books.google.at/books?id=JVAjAAAAMAAJ&pg=PA209&dq=templer+purkersdorf&hl=de&ei=qseMTJtw0Yw4udGYrQo&sa=X& oi=book_result&ct=result&resnum=1&ved=0CC0Q6AEwAA#v=onepage&q=templer%20purkersdorf&f=false Sowie ein Link: http://www.another-view-on-history.de/2008/03/22/vincent-de-montgrave-verbot-des-templerordens-auf-dem-konzil-von-vienne-22- marz-1312/ *) Fotos unter: Robert Kubart: Fotos von rätselhaften Plätzen - Georgenberg, Purkersdorf |
Siegel der Templer |
Münzfund mit typischem Templer-Kreuz (gefunden von Robert Kubart Frühjahr 2008 Sandling in der Au Nähe Riegerwirt) |
NEUERSCHEINUNG: Das geheime Netz der Templer - Wege und Spuren in Österreich Autor: Mag. Gabriele Lukacs , Fotograf:Robert Bouchal April 2010 ISBN: 978-3-85431-515-5 - Pichler Verlag Ab Seite 100 finden Sie zahlreiche Informationen aus unserer Gegend weiteres unter: www.magisch-reisen.at/wb/pages/buecher/templer-in-oesterreich.php |
Auch der ORF berichtete: |